Noch nie gab es so viel Geld in unserer Gesellschaft und dennoch fehlt es an allen Ecken und Enden!

Warum sind Löhne und Gehälter zu niedrig? Warum reichen sie immer weniger aus eine Familie zu ernähren und die Grundbedürfnisse zu decken? Warum sind so viele Staaten, Länder und Gemeinden überschuldet?

Liegt dies an der Gier der Bänker oder dem Unvermögen der Politiker zu haushalten? Nein, nicht wirklich. Die Ursache liegt am derzeitigen Geldsystem. Es ist kaum zu glauben, aber wir haben ein Geldsystem, das nicht dauerhaft funktionieren kann!

Um dies zu verstehen, schauen wir uns die Entwicklung von Geldvermögen und Schulden in Deutschland seit den 50er Jahren an. Dabei fällt auf, dass sowohl die Geldvermögen als auch auch die Verschuldung immer schneller an steigen.

Denn das  Vermögen der Einen kann nur dann Zinsen bringen, wenn Andere sich Geld leihen und  verschulden. Deshalb stehen sich Vermögen und Schulden immer in gleicher Größen-ordnung gegenüber. Das Fatale ist nun: Beides, Vermögen und Schulden, steigen nicht gleichmäßig (linear) an, sondern mit der Zeit immer schneller (exponentiell). Grund hierfür ist der Zinseszinseffekt. Dieser bewirkt, dass ein kleiner Teil der Gesellschaft immer schneller immer reicher wird, während ein ständig größer werdender Teil immer mehr verarmt.

Wie wenig nachhaltig exponentielles Geldwachstum ist, zeigt uns folgende Geschichte:

Angenommen Jesus hätte einen Cent zur Bank getragen und mit 5% verzinst. Ohne Zinseszins wäre seine Geldanlage bis heute linear auf  einen Euro angewachsen. Mit Zinseszins kommt es jedoch alle 14 Jahre zu einer Vordoppelung der Einlage und damit zum exponentiellen Wachstum.
Dadurch explodiert die Geldmenge bis zum Jahr 2014 auf den unvorstellbaren Wert ca. 300 Milliarden Goldkugeln im Gewicht der Erde! 2028 sind es dann: 600 Mrd. Erdgoldkugel, 2042 dann 1200 Mrd. Kugeln, usw.

Diese Geschichte veranschaulicht, dass unser zinsbasiertes Geldsystem auf Dauer nicht funktionieren kann. Die Banken- und die Eurokrise sowie die Überschuldung ganzer Staaten sind Ausdruck dessen, dass unser Geldwachstum an seine Grenzen stößt.
Und wir alle zahlen reichlich Zinsen: Zinsen für Staatsschulden in Form von Steuern, Zinsen für Unternehmensschulden in Form von überhöhten Preisen. Denn Firmen müssen meist für ihre Investitionen Kredite aufnehmen und rechnen die Kosten hierfür in den Verkaufspreis mit ein. Und, falls man damit private Schulden macht, zahlt man auch noch weitere Zinsen dafür. Das summiert sich auf ca. 40 % de Bruttoinlandsproduktes (BIP), das sind 2200 Millionen € täglich! oder  jährlich ca. 11.000 € für jeden Bundesbürger.
(Quelle: Helmut Creutz, das Geldsyndrom, Seite 130).

Und deshalb kommen so viele Menschen nicht über die Runden.

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